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MWST-Rechner Schweiz 2026: Sätze 8.1 %, 2.6 % und 3.8 % erklärt

Mehrwertsteuer Schweiz 2026: Normalsatz 8.1 Prozent, reduzierter Satz 2.6 Prozent für Nahrungsmittel und Bücher, Sondersatz 3.8 Prozent für Beherbergung. Mit Rückwärtsrechnung und KMU-Saldosteuersatz.

Veröffentlicht am 11. Mai 2026 · Redaktion Ausrechnen


In der Schweiz gelten seit dem 1. Januar 2024 drei Mehrwertsteuer-Sätze: 8.1 % Normalsatz, 2.6 % reduzierter Satz für Güter des täglichen Bedarfs und 3.8 % Sondersatz für Beherbergung. Die Erhöhung von 7.7 % auf 8.1 % wurde 2022 vom Volk zur Mitfinanzierung der AHV beschlossen. 2026 bleibt die Tarifstruktur unverändert.

Quick-Antwort

Mehrwertsteuer Schweiz 2026 (ESTV):

So rechnen Sie MWST in der Schweiz

Es gibt zwei Rechenrichtungen — Nettobetrag → Bruttobetrag und Bruttobetrag → enthaltene MWST. Beide gelten für jeden der drei Sätze.

Vom Nettobetrag zum Bruttobetrag:

SatzMultiplikator
8.1 %× 1.081
2.6 %× 1.026
3.8 %× 1.038

Vom Bruttobetrag zur enthaltenen MWST (Rückwärtsrechnung — der häufigste Anwendungsfall, weil Endkundenpreise als Bruttobetrag angegeben sind):

SatzMWST-Anteil vom BruttoFormel
8.1 %7.49 %Brutto × 8.1 / 108.1
2.6 %2.53 %Brutto × 2.6 / 102.6
3.8 %3.66 %Brutto × 3.8 / 103.8

Beispiel: Eine Hotel-Rechnung lautet CHF 250 inkl. 3.8 % MWST. Enthaltene MWST: 250 × 3.8 / 103.8 = CHF 9.15. Nettobetrag: CHF 240.85.

Wann gilt welcher Satz?

Die Abgrenzung erfolgt über die Art der Leistung, nicht über die Branche allein. Drei Fälle, in denen die Praxis oft kippt:

Restauration vs. Beherbergung. Das Frühstück im Hotelpreis ist Beherbergungsleistung und unterliegt 3.8 %. Ein separat verkauftes Mittagessen im Hotelrestaurant ist Gastronomie und unterliegt 8.1 %. Mineralwasser im Hotelzimmer (Minibar) ist 8.1 %, im Frühstückspaket eingeschlossen jedoch 3.8 %.

Esswaren vs. Restaurationsleistung. Ein Sandwich aus der Migros-Kühltheke (»zum Mitnehmen«) ist Nahrungsmittel und unterliegt 2.6 %. Das gleiche Sandwich, in der Bäckerei am Tisch serviert, ist Gastronomie-Leistung und unterliegt 8.1 %. Die Faustregel der ESTV: »Wer am Tisch sitzt, zahlt 8.1.«

Bücher und Online-Inhalte. Gedruckte Bücher und Zeitschriften unterliegen 2.6 %. E-Books und elektronische Zeitschriften ebenfalls — die Schweiz hat 2018 nachgezogen und elektronische Bücher dem Buchsatz gleichgestellt. Online-Streaming dagegen (Musik, Film, Software-as-a-Service) ist Normalsatz.

MWST-Pflicht: ab wann anmelden?

Wer als Unternehmen, Selbständige, Verein oder Stiftung in der Schweiz steuerbare Leistungen erbringt, wird mehrwertsteuerpflichtig, sobald der Jahresumsatz CHF 100’000 weltweit überschreitet. Gemeinnützige und ehrenamtlich geführte Sportvereine haben eine erhöhte Schwelle von CHF 250’000.

Die Anmeldung erfolgt online via ESTV-Portal. Sobald die Schwelle erreicht ist, schuldet man MWST ab dem Folgemonat. Die ESTV vergibt eine UID-Nummer mit dem Zusatz »MWST«, die auf jeder Faktura erscheinen muss.

Wer freiwillig MWST-pflichtig wird (Option), kann auf Vorsteuern abrechnen — das lohnt sich für Investitionen-starke Geschäftsmodelle in der Anfangsphase.

Saldosteuersatz: Vereinfachung für KMU

Statt Vorsteuer aus jeder Eingangsrechnung zu ziehen, dürfen KMU mit weniger als CHF 5.024 Mio. Umsatz und höchstens CHF 108’000 MWST-Steuerschuld pro Jahr nach dem Saldosteuersatz-Verfahren abrechnen. Sie wenden einen branchenspezifischen, von der ESTV festgelegten Pauschalsatz auf den Brutto-Umsatz an und behalten die Differenz zum effektiven MWST-Satz als Vereinfachungs-Bonus.

Branche (Beispiele)Saldosteuersatz
Coiffeur5.1 %
Architekturbüro6.2 %
Restaurant ohne Bier-Spezial5.1 %
Webagentur / IT-Dienstleistung6.5 %
Handel mit Esswaren0.6 %
Beherbergung (Hotellerie)2.0 %

Die vollständige Liste pflegt die ESTV in der MWST-Branchen-Info Nr. 12. Die Anwendung des Saldosteuersatzes ist mindestens für ein Jahr verbindlich; der Wechsel zurück auf effektive Abrechnung ist möglich, aber an Fristen gebunden.

Was 2026 NICHT ändert — aber oft gefragt wird

Häufige Fragen

Warum stehen 8.1 % und nicht 8.0 % auf meinem Kassenzettel?

Die Erhöhung des Normalsatzes von 7.7 % auf 8.1 % per 1. Januar 2024 wurde 2022 vom Schweizer Stimmvolk angenommen, um die Finanzierung der AHV zu stabilisieren. Die ungeraden Nachkommastellen ergeben sich aus dem präzisen Stabilisierungsbedarf der AHV-Kasse und sind eine direkte Folge der parlamentarischen Botschaft.

Muss ich MWST verrechnen, wenn ich als Freelancer unter CHF 100’000 verdiene?

Nein, unter CHF 100’000 weltweitem Jahresumsatz sind Sie nicht mehrwertsteuerpflichtig und dürfen keine MWST in Rechnung stellen. Sie können sich aber freiwillig der MWST unterstellen (Option), wenn das wegen Vorsteuerabzug oder Geschäftskunden-Erwartung sinnvoll ist. Wer freiwillig optiert, ist mindestens ein Geschäftsjahr daran gebunden.

Wie viel Mehrwertsteuer ist in CHF 100.00 brutto bei 8.1 % enthalten?

Bei einem Bruttobetrag von CHF 100.00 inklusive 8.1 % Mehrwertsteuer beträgt die enthaltene MWST CHF 7.49 (100 × 8.1 / 108.1). Der Nettowert ist CHF 92.51. Die Faustregel: vom Bruttobetrag rund 7.5 % als MWST betrachten, nicht 8.1 % — das ist die häufigste Stolperfalle in Offerten-Vergleichen.

Welcher MWST-Satz gilt für Take-Away-Verpflegung?

Take-Away und Lieferdienst unterliegen dem reduzierten Satz von 2.6 %, sofern keine Konsumationsmöglichkeit vor Ort angeboten wird. Sobald Stühle, Tische oder Geschirr für den sofortigen Verzehr bereitstehen, kippt die Leistung in die Gastronomie (8.1 %). Mischbetriebe müssen die Aufteilung in der Buchhaltung dokumentieren.

Quellen

Stand: Mai 2026. Redaktionelle Information, keine Steuer- oder Treuhandberatung.